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BUDO / BUJUTSU und die geistige, kulturelle Entwicklung vom Ursprung bis zur heutigen KAMPFKUNST / KAMPFDISZIPLIN Folge 2

BUDO / BUJUTSU and the mental, cultural development from origin to today’s MARTIAL- ART / FIGHTING DISZIPLIN                     Episode 2

BUDO

In der EDO-Zeit (Tokyo-Zeit) 1600-1867 hat sich Bujutsu von einer reinen Kampf-/Kriegsmethode zu einer mehr oder weniger gewaltfreien Kampfkunst entwickelt. Bujutsu wurde quasi zu einer Kommunikationsform in der japanischen Gesellschaft. Die Kampfkünste wurden zusehends als Symbole der japanischen Tradition und Teil ihrer Kultur gesehen und als solche entmystifiziert und vorgetragen in zeremoniellen Darbietungen. Der Ultranationalismus wich einer nationalen Identität und die dunkle Vergangenheit hatte somit ihren Abschluss gefunden. 

Schliesslich mutierte Bujutsu in BUDO, also hinweg von einer rein militärischen Kampfdisziplin mit all ihren Facetten und hin zur universellen Integration in die japanische Gesellschaft. Die Massgabe war, als Zentrum der Realität mit koordinierter und grenzenloser Energie wahrgenommen zu werden.

Einige Kampfkünste, wie zum Beispiel KYUDO (Bogenschiessen) wurden und werden heute noch mit religiösem Akzent ausgeübt. Auch die Schwertkampfkunst (KENJUTSU) wird in Form eines animieren Tanzes (KEMBU) heute noch praktiziert. Auch SUMO ist bis heute Teil religiöser Zeremonien und in sich ein Ausdruck von nationaler Stärke. JUDO zum Beispiel, wurde bis 1930 bei öffentlichen Darbietungen ausschliesslich in Form einer KATA ausgeführt.  Diese Judoka trugen Kleidungen aus der alten japanischen Zeit und agierten mit Gestik und Bewegungen aus dem japanischen Theater. 

Auf jeden Fall konnte man in diesem Kontext Bujutsu auch als „ethischen DO“, also  philosophischen und nicht nur kämpferischen Weg sehen. Für eine sinngemässe Beschreibung von „DO“ würde es den vorliegenden Rahmen in Form eines Beitrages sprengen. 

Beispiel der Interpretation vom „DO“ im JUDO ist das Konzept von gegenseitiger Hilfeleistung und Wohlstand. Die mögliche Interpretation vom „DO“ im AIKIDO ist das Konzept und die Idee von Harmonie. 

Die kriegerischen Erfahrungen und die dunklen Erinnerungen von Bujutsu mit allen Ausprägungen in Verbindung mit den neuen  ethischen Formen (DO), machten es den ehemaligen Meistern wie auch deren Nachfolger schwer, ihre zukünftige Existenz im zivilen Leben zu meistern. Viele Bujutsu-Meister gerieten in ein Dilemma. Diese waren in der Feudalzeit verantwortlich für das Überleben der Kommune in der die Kampfhandlungen den Weg des Erfolges bestimmten. Und jetzt, wo die gewaltsamen Auseinandersetzungen nicht mehr an der Tagesordnung waren, mussten sie diesen, ihren Weg verlassen, um als intelligente und zivilisierte Person zu überleben. Dank gebührt an dieser Stelle allen BUDO-Meistern der alten und neuen Schule, welche die Tradition der Kampfkünste in die heutige Zeit übertragen. 

Schlussbetrachtung:

In meinen beiden Beiträgen, Folgen 1 und 2, wollte ich aufzeigen, dass sich BUJUTU / BUDO ,verbunden mit den heutigen Formen, nicht immer auf einer Linie bewegt. Vielmehr bleibt viel Raum für die Interpretation der eigenen Formen. Jedoch bin ich der Auffassung, dass BUJUTSU / BUDO ohne Hintergrundwissen des Ursprungs dieser Kampfkünste innerhalb unserer Möglichkeiten (ethisch und philosophisch), nicht authentisch praktiziert werden kann. Ein Minimum an geschichtlichem Horizont würde ich BUDO-Meistern empfehlen. So könnten sie als Vermittler der Tradition in ihrer praktizierten Kampfkunst dienen. 

By J.Sturm

BUDO / BUJUTSU and the mental, cultural development from origin to today’s MARTIAL- ART / FIGHTING DISZIPLIN Episode 2

In the EDO period (Tokyo period) 1600-1867, Bujutsu has evolved from a pure method of struggle/war to a more or less non-violent martial art. Bujutsu became a form of communication in Japanese society. Martial arts were increasingly seen as symbols of Japanese tradition and part of their culture, and as such demystified and performed in ceremonial performances. Ultranationalism gave way to a national identity, and the dark past had thus come to an end.

Finally, Bujutsu mutated into BUDO, i.e. away from a purely military combat discipline with all its facets and towards universal integration into Japanese society. The aim was to be perceived as the centre of reality with coordinated and boundless energy.

Some martial arts, such as KYUDO (archery), were and still are practiced with a religious accent. Sword fighting (KENJUTSU) is also practiced today in the form of an animating dance (KEMBU). SUMO, too, is still part of religious ceremonies and an expression of national strength. 

JUDO, for example, was carried out until 1930 in public performances exclusively in the form of a KATA. These judoka wore clothes from the old Japanese era and acted with gestures and movements from Japanese theater.

In any case, in this context, Bujutsu could also be seen as an „ethical DO“, i.e. philosophical and not just a combative path. For a proper description of „DO“ it would go beyond the present framework in the form of a contribution.

An example of the interpretation of the „DO“ in JUDO is the concept of mutual assistance and prosperity. The possible interpretation of the „DO“ in AIKIDO is the concept and the idea of harmony.

The warlike experiences and the dark memories of Bujutsu, with all its manifestations in connection with the new ethical forms (DO), made it difficult for the former masters as well as their successors to master their future existence in civilian life. Many Bujutsu masters found a dilemma. During the feudal period, they were responsible for the survival of the commune in which the fighting determined the path of success. And now that the violent clashes were no longer the order of the day, they had to leave this, their way, in order to survive as an intelligent and civilized person. Thanks are due here to all BUDO masters of the old and new schools, who transfer the tradition of martial arts to the present day.

Final consideration:

In my two contributions, episodes 1 and 2, I wanted to show that BUJUTU / BUDO , connected to today’s forms, does not always move on a line. Rather, there is plenty of room for the interpretation of one’s own forms. However, I believe that BUJUTSU / BUDO cannot be practiced authentically within our possibilities (ethically and philosophically) without any background knowledge of the origin of these martial arts. I would recommend a minimum of historical horizon to BUDO masters. Thus they could act as mediators of tradition in their practiced martial arts. 

By J.Sturm

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