Zum Inhalt springen

JUDO Zwischen Kampfkunst und Kampfsport

Wie schon in meinen früheren Beschreibungen der Japanischen Kampfkünste, ist auch die moderne Disziplin „JUDO“ , gegründet von Meister KANO,  eingebettet im Konzept des „HARAGAI“. Also dem System von abdominaler Zentralisation für mentale Stablilität, Kontrolle und Kraft. Meister KANO, der Gründer des JUDO, berief sich immer wieder auf die alten Meister des JUJUTSU welche das System des HARAGAI in die Methode des „KITO-RYU“ einführten und in ihren Schulen unterrichteten. Bis heute macht sich dieser Einfluss in den formalen Übungen (Kata) -Koshiki-no-kata- bemerkbar und wird fortgeschrittenen Schülern unterrichtet. Meister KANO befand die Ausbildung der inneren Faktoren (Hara und Ki) als essenziell und qualitativen Standart für sein JUDO. In einigen Büchern über Judo wird diese kosmische Dimension von HARA als „Lebenszentrum“ bezeichnet und im JUDO als „Zentrum der Schwerkraft“ , lokalisiert im Körper ungefähr 2 Inches (5.08cm) unter dem Bauchnabel, definiert. Meister KANO erklärte unmissverständlich, dass dieses Energiezentrum zu jeder Zeit aktiv und gefüllt mit Kraft bleiben muss, egal ob man sitzt, steht oder sich bewegt. 

Aus meiner eigenen Erfahrung als aktiver Judoka in der 70gern kann ich berichten, dass im JODO-Unterricht, egal wo und in welcher Schule ich trainierte, das System der zentralisierten Kraft aus dem HARA niemals angesprochen wurde. Dass ein gut trainiertes muskuläres System des Körpers zum Erfolg betragen kann, ist vielen Judokas bewusst, aber der bewusste Einsatz des zentralisierten Energiezentrums HARA bleibt aussen vor. 

Was oft im Training und im Wettkampf sichtbar wurde, war eine schlechte Balance, welche von guten Technikern erkannt wurde und so zum Erfolg führte. 

Meister KANO erklärte wie eine natürliche Bewegung und Aktionen durch innere Zentralisierung zustande kommt und zu einem Status von „Entspanntheit“ führt. Dieser Status könnte vom Gegner als Kontrollverlust gewertet werden. Ist es aber nicht, sondern bedeutet die Fähigkeit, sich von unnötiger Anspannung zu befreien. Eine ausgesprochen gute Übung zur Entwicklung der inneren Faktoren ist das „abdominale Atmen“. Es kann auch während eines Kampfes/Wettkampfes erfolgreich angewendet werden, jedoch sollte eine Einatmung während eines Angriffs oder Gegenangriffs unterlassen werden. Eine strenge Ausatmung bei solchen Aktionen wird daher empfohlen. Diese strenge Ausatmung kann durch die KIAI-Technik (siehe auch mein BLOG „Bujutsu und die Kunst des Kiai“) leichter und effizienter ausgeführt werden. 

All diese vorerwähnten Übungen und Techniken waren im klassischen JUJUTSU-Unterricht, woher das Judo von Meister KANO abstammt, eingebettet. 

Inwieweit HARAGAI in die Lehre des JUDO in den vielen Dojos auf der ganzen Welt einfliesst, ist weitgehend abhängig vom Judo-Lehrer persönlich und seiner Sicht auf einen ganzheitlichen Unterricht. Klar ist auch, dass JUDO in der heutigen Form als eine Art Wettkampfsport gesehen und gelehrt wird. Dabei wird aber wenig bis gar nicht auf die Ursprünge und dem Zusammenwirken von innerer und äusserer Faktoren in dieser Kampfkunst hingewiesen. Insofern hat sich die „Kampfkunst“ per se, wie sie in der Form von JUDO oder KARATE ausgeübt wird, zum Kampfsport entwickelt. Darin haben die Wertigkeiten wie beispielsweise „Demut“ und „Bescheidenheit“, wenig Platz. Bleibt die Hoffnung, dass mit dem Ende der Wettkampfphase eines BUDOKA’s der Beginn einer Wertephase in der Kampfkunst beginnt…

By J.Sturm 

Judo  Between Martial Arts and method of combat

As in my earlier descriptions of Japanese martial arts, the modern discipline „JUDO“ , founded by Master KANO, is embedded in the concept of „HARAGAI“. So the system of abdominal centralization for mental stability, control and strength. Master KANO, the founder of JUDO, repeatedly invoked the old masters of JUJUTSU who introduced the HARAGAI system into the method of „KITO-RYU“ and taught it in their schools. To this day, this influence is evident in the formal exercises (Kata) -Koshiki-no-kata- and is taught to advanced students. Master KANO found the formation of the internal factors (Hara and Ki) as essential and qualitative standard for his JUDO. In some books on judo, this cosmic dimension of HARA is referred to as the „life center“ and in JUDO as the „center of gravity“, located in the body about 2 inches (5.08cm) under the navel. Master KANO stated unequivocally that this energy center must remain active and filled with strength at all times, whether you are sitting, standing or moving. 

From my own experience as an active judoka in the 70s, I can report that in JODO lessons, no matter where and in which school I trained, the system of centralized force from the HARA was never addressed. Many judokas are aware that the well-trained muscular system of the body could be a success, but the conscious use of the centralized energy center HARA remains outside. 

What was often seen in training and competition was a poor balance, which was recognized by good technicians and thus led to success. 

Master KANO explained how a natural movement and actions come about through internal centralization and leads to a status of „relaxation“. This status could be considered a loss of control by the opponent. But it is not, but means the ability to free one another from unnecessary tension. A very good exercise for the development of internal factors is „abdominal breathing“. It can also be used successfully during a fight/competition, but inhalation during an attack or counterattack should be avoided. Strict exhalation during such actions is therefore recommended. This strict exhalation can be carried out more easily and efficiently by the KIAI technique (see also my BLOG „Bujutsu and the Art of Kiai“). 

All these exercises and techniques mentioned above were embedded in the classic JUJUTSU lessons, from which the judo of Master KANO originates. 

The extent to which HARAGAI is incorporated into the teaching of JUDO in the many dojos around the world is largely dependent on the judo teacher personally and his view of a holistic teaching. It is also clear that JUDO in its current form is seen and taught as a kind of competitive sport. However, little to no reference is made to the origins and the interaction of internal and external factors in this martial art. In this respect, the „martial art“ per se, as it is practiced in the form of JUDO or KARATE, has become a fighting method only. There is little room in it for values such as „humility“ and „modesty“. The hope remains that with the end of the competition phase of a BUDOKA, the beginning of a value phase in martial arts will be…

By J.Sturm

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: