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KENJUTSU Folge 3

Shinkendo Dachi-Uchi by Kaiso T.Obata

In alten Überlieferungen aus Ländern wie Japan, Indien, Tibet und China wird berichtet über eine Art von Entwicklung der Energie- und Kräftekonzentration auf ein einziges Objekt, ohne dabei die Realität um dieses Objekt zu vernachlässigen. In erster Linie war es die Konzentration seiner mentalen Kräfte, um Unabhängigkeit, Friede und Harmony zu erlangen. Es wurde eine Lehrmethode der Buddhisten und in Meditation-Schulen in Indien, unter dem Namen „Dhyana“, in China unter dem Namen „CH’an“ und in Japan unter dem Namen „Zen“ unterrichtet. Eine zu starke Hinwendung auf ein einziges Objekt konnte auch zu Irritationen führen, welche den Meditierenden in einen Zustand versetzte, in dem er alle existierenden Elemente um sich herum ausblendete und die externe Realität nicht mehr wahrnehmen konnte. Für den Kenjutsu Meister jedoch war diese Fähigkeit ein signifikanter Faktor und eine unabdingbare Voraussetzung für den Kampf. Der Verstand, in Übereinstimmung seiner Natur, muss frei sein, um seine Funktionen abrufen zu können. In diesem Status der mentalen Freiheit, sobald der Gegner sein Schwert zum Schlag ausholt, kann der Kampf erfolgreich enden. Aus der Geschichte der Feudalzeit in Japan wird berichtet, dass es Schwertmeister gab, die einen Schwertangriff mit einem einfachen Fächer neutralisieren konnten, egal welche Technik der Angreifer benutzte.  Auf dieser Ebene des „Haragai“ konvertiert die militärische Dimension der Zentralisierung im Bujutsu in eine höhere, nicht militärische Dimension wie dem Buddhismus oder Taoismus. Diese Ebene kann als starke Verbindung vom Zen-Buddhismus zu Kenjutsu betrachtet werden. Viele dieser dynamischen Techniken des Haragei haben die Feudalzeit Japans nicht überlebt. Angewandte Techniken der Zentralisierung (Hara, Ki) werden heute in modernen Schwertschulen unterrichtet. Eine Anlehnung von Haragai, praktiziert von alten Schwertmeistern, ist heute schwach erkennbar im modernen AiKiDo. Empfohlen und gelehrt wird in diesen Schulen eine Anwendung von Hara und Ki im Training und Kampf, durch kanalisierte Kraft, umgesetzt in Kreis- und Spiralbewegungen. 

Als eine Nachbetrachtung der Entwicklung von „Haragai“ im Unterricht von Bujutsu in heutigen Dojos muss festgehalten werden, dass wohl ein Ansatz von „Haragei“ als Lehre verbreitet ist, jedoch der wahre Gehalt dieser mentalen Kraft nicht einfliessen kann. Dies, da in erster Linie eine Unterrichtsstunde zeitlich begrenzt ist und in zweiter Linie das allgemeine Interesse an den Vorbildern fehlt. Die Entwicklung der Budokünste hin zum Wettkampf umfasst wohl die Spezialisierung, um eine Niederlage zu vermeiden, jedoch wird der wahre Sinn von „Haragei“ nicht erkannt oder aussen vor gelassen. Es ist eine Entwicklung auf zwei Ebenen:

Entweder Kampf der mehr oder weniger im technischen Know-how und körperlicher Fitness zum Erfolg führt, oder in der Meditation, die in die Nähe einer Zentralisierung von „Hara und Ki“ führen kann. 

J.Sturm   

KENJUTSU Episode 3

In ancient traditions from countries such as Japan, India, Tibet and China, there are reports of a kind of development of energy and force concentration on a single object, without neglecting the reality around this object. First and foremost, it was the concentration of his mental powers to gain independence, peace, and harmony. A teaching method of Buddhists and meditation schools in India, under the name „Dhyana“, in China under the name „CH’an“ and in Japan under the name „Zen“ was taught. Too much attention to a single object could also lead to irritation, which put the meditator in a state in which he faded out all existing elements around him and could no longer perceive the external reality. For the Kenjutsu Master, however, this ability was a significant factor and an indispensable prerequisite for the fight. The mind, in accordance with its nature, must be free in order to be able to retrieve its functions. In this state of mental freedom, as soon as the enemy takes out his sword to strike, the fight can end successfully. The history of the feudal period in Japan is reported to have been sword masters who could neutralize a sword attack with a simple fan, no matter what technique the attacker used. At this level of „Haragai“, the military dimension of centralization in Bujutsu is converted into a higher, non-military dimension such as Buddhism or Taoism. This level can be considered as a strong link from Zen Buddhism to Kenjutsu. Many of these dynamic techniques of the Haragei did not survive the feudal period of Japan. Applied techniques of centralization (Hara, Ki) are taught today in modern sword schools. A reference to Haragai, practiced by ancient sword masters, is now faintly recognizable in modern AiKiDo. In these schools, an application of Hara and Ki in training and combat, by channeled force, implemented in circular and spiral movements, is recommended and taught.

As a reflection of the development of „Haragai“ in the teaching of Bujutsu in today’s dojos, it must be noted that an approach of „Haragei“ as a teaching is probably widespread, but the true content of this mental power cannot be incorporated. This is because, first and foremost, one lesson is limited in time and, secondly, there is no general interest in the role models. The development of the Budo arts towards competition probably involves specialization to avoid defeat, but the true meaning of „Haragei“ is not recognized or left out. It is a development on two levels:

Either a combat that leads to success more or less in technical know-how and physical fitness, or in meditation, which can lead to the proximity of a centralization of „Hara and Ki“.

J.Sturm

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